Lance Rakete auf Transportanhänger (TrspAnh) walkaround

Lance Rakete auf Transportanhänger (TrspAnh) walkaround

Price
€ 5,00

Datenträger mit insgesamt 39 hochdetailierten Bildern der Lance Rakete mit Transportanhänger (TrspAnh) der Bundeswehr.

Manufacturer:
MNS-Militaerfotografie
SKU:
048

Datenträger mit insgesamt 39 hochdetailierten Bildern der Lance Rakete mit Transportanhänger (TrspAnh) der Bundeswehr mit einer Auflösung von 3872x2592 Pixel

 

Anzahl: 1 Datenträger

Bei der Bundeswehr war die MGM-52 Lance zwischen 1976 und 1992 das wichtigste bodengebundene System der nuklearen Teilhabe innerhalb der Artillerie. Sie löste die technisch veralteten Systeme MGR-1 Honest John und MGM-29 Sergeant ab. Insgesamt beschaffte die Bundeswehr 26 Startfahrzeuge (M752) und rund 175 Raketen.
Organisation und Einheiten
Die Bundeswehr beschaffte insgesamt 26 Werfersysteme. Diese wurden ab 1976/77 in vier Raketenartilleriebataillonen (RakArtBtl) der Korps bzw. Divisionen eingesetzt:
Einheit Unterstellung Standort Anzahl Werfer
RakArtBtl 150 I. Korps Hamminkeln (Wesel) 6 Werfer
RakArtBtl 250 II. Korps Großengstingen 6 Werfer
RakArtBtl 350 III. Korps Montabaur 8 Werfer
RakArtBtl 650 LANDJUT (6. PzGrenDiv) Flensburg 4 Werfer

Jedes dieser Bataillone war im Rahmen der nuklearen Teilhabe für den Abschuss der Raketen verantwortlich, während die US-Armee (SASCOM) in unmittelbarer Nähe der Standorte die nuklearen Gefechtsköpfe unter strengem Verschluss hielt. Mit dem Ende des Kalten Krieges und der Ausmusterung der Systeme bis 1993 verloren die Verbände diese Rolle vollständig.

Die Komponenten des Werfer-Systems
  • Kettenwerfer M752: Ein leicht gepanzertes, schwimmfähiges Kettenfahrzeug, das auf dem US-amerikanischen Mannschaftstransporter M113 (genauer: dem Versorgungsfahrzeug M667) basierte. Auf dem Heck war das hydraulisch aufrichtbare Startgestell M782 montiert, von dem jeweils eine Rakete abgefeuert werden konnte.
  • Lade- und Transportfahrzeug M688: Ein baugleiches Kettenfahrzeug ohne Startgestell. Es transportierte zwei Reserve-Raketen und war mit einem 1,8-Tonnen-Ladekran ausgestattet, um die Raketen im Feld zu montieren und auf den M752-Werfer überzusetzen.
  • Transportanhänger M740: Ein einachsiger Anhänger, der alternativ zum Transport der Raketen genutzt wurde und von dem aus die Lance in Ausnahmefällen ebenfalls direkt gestartet werden konnte.
Das "Zwei-Schlüssel-Prinzip"
Die Bundeswehr besaß und bediente zwar die Raketen, die Startfahrzeuge sowie die konventionellen Gefechtsköpfe. Die nuklearen W70-Sprengköpfe blieben jedoch unter US-Verwaltung. Sie wurden in schwer bewachten Munitionslagern (Sondermunitionslager / Special Ammunition Storage) in unmittelbarer Nähe der deutschen Stellungen gelagert. Ein Einsatz der Waffen wäre nur im Ernstfall nach einer gemeinsamen Freigabe durch den US-Präsidenten und die NATO-Führung möglich gewesen.
Ausmusterung und Erbe
Mit dem Ende des Kalten Krieges und den Abrüstungsverträgen Anfang der 1990er-Seiten verlor das System seine strategische Grundlage. Bis 1992/1993 wurden alle Lance-Systeme der Bundeswehr restlos ausgemustert.
Da die Bundeswehr beim Nachfolgesystem – dem Mittleren Artillerieraketensystem (MARS) – keine ballistischen Kurzstreckenraketen einführte, bedeutete das Ende der Lance gleichzeitig das vollständige Ende nuklearer Trägersysteme bei der deutschen Artillerie.
 
Powered by Phoca Cart